Der Waldkindergarten

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne..... (H.Hesse)

Wo findet ihr uns? 


 Der Standort des Kindergartens liegt im Stadtwald, ca. 500m vom Parkplatz am Waldteich entfernt. Als Rückzugsort und Schutzraum werden wir einen beheizbaren Kindergarten-Bauwagen nutzen, in dem wir auch unsere Materialien des täglichen Gebrauchs lagern. 



Wann könnt ihr uns besuchen? 

Wir sind montags bis freitags von 8.00 – 14.00 Uhr für euch da. 
Schließungszeiten sind drei Wochen in den Sommerferien, während der Weihnachtsferien. Ostern haben wir geöffnet.

Wie viele sind wir? 

Der Waldkindergarten Borkenkäfer ist ein eingruppiges Angebot für Kinder ab dem vollendetem 3. Lebensjahr. In unserer Gruppe betreuen wir bis zu 25 „Borkenkäfer“ (§ 25d HKJGB). 


Was machen wir bei schlechtem Wetter? 

Ganz einfach: Wir gehen in den Wald! Von Extremereignissen einmal abgesehen, erkunden wir bei jedem Wetter die Natur unseres Waldes. Sonne, Regen und Schnee lassen ihn uns immer wieder neu entdecken!  Bei Extremwetterlagen haben wir einen Ausweichraum.


Die drei A der täglichen Arbeit 

Absprachen 


Neben einem fast grenzenlosen Freiraum birgt der Wald auch Gefahren, denen alle Beteiligten angemessen begegnen müssen. Absprachen und die Einhaltung dieser ist dabei Grundlage eines vertrauensvollen Umgangs zwischen allen Beteiligten. Um Situationen vorzubeugen, in denen ein spontanes Absprechen untereinander nicht mehr ausreicht, gibt es bei uns wenige, aber klar definierte Verhaltensregeln. Diese Regeln basieren auf Erfahrungswerten, sndaberebensostarkandieEmpfehlungder„DeutschenGesetzlichen Unfallversicherung e. V.“ (DGUV) angelehnt: • Die Kinder bleiben in Sicht- bzw. Hörweite. Auf ein Sammelsignal muss immer sofort reagiert werden. • Es darf grundsätzlich nichts aus dem Wald (Beeren, Gräser, Pilze, Blätter u. ä.) in den Mund gesteckt bzw. gegessen werden. • Es darf kein Wasser aus stehenden oder fließenden Gewässern getrunken werden. • Zahme Wildtiere, Kadaver und Kot dürfen nicht angefasst werden. • Vor dem Klettern oder Balancieren auf Baumstämmen muss eine Betreuungsperson gefragt werden. • StöckedürfennichtinGesichtshöhegehaltenwerden.EsdarfnichtmiteinemStock in der Hand gerannt werden. Stoßbewegungung in Richtung anderer sind verboten! • EsdarfsichniemalsinderunmittelbarenNähevonHolzpolternaufgehaltenwerden! • Der Aufenthalt im gekennzeichneten Bereich von Waldarbeiten ist verboten. 2.2 Ausrüstung 2.2.1 Was ist alltagstaugliche Kleidung? BeiderWahlderKleidungsolltebeachtetwerden,dassdieTemperaturenimWaldhäufig niedriger sind als in der umliegenden Umgebung. Bewährt hat sich daher das „ZwiebelSystem“: Mehrere Schichten dienen als Kältepuffer und ermöglichen zudem ein situatives
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An-bzw.AblegenderKleidung.FesteSchuheundlangeKleidung(auchimSommer)sind unerlässlich. Zum Schutz vor Zecken und Insekten empfehlen wir helle Kleidung und die Benutzung von Insektenschutzmitteln, die sich auf die Kleidung auftragen lassen. Diese Empfehlungen gelten nicht nur für Kinder, sondern auch für die Betreuungspersonen und begleitende Eltern. Bei Nässe werden wasserdichte Schuhe bzw. Gummistiefel (nicht im Winter), Regenhose sowie Regenjacke benötigt. Im Winter ermöglichen uns zweiteilige Schneeanzüge den Toilettengang.
2.2.2 Ich packe meinen Rucksack und ich nehme mit... Einige Dinge des täglichen Gebrauchs müssen immer mitgebracht werden. Dafür eignet sich am Besten ein gut sitzender, wasserabweisender Rucksack mit folgendem Inhalt:
Kinderrucksack
• Telefonliste für Notfälle • Trinkflasche • kleine Isomatte zum Sitzen (während Morgenrunde/ Mahlzeiten) • Nasstasche/ Dose mit drei feuchten Waschlappen (Toilettengang) • kleines, frisches Handtuch • Frühstücksdose • wasserdichter und verschließbarer Beutel ( • Ersatzkleidung (oder im Bauwagen)
Erwachsenenrucksack
• Mobiltelefon mit Telefonliste • Erste-Hilfe-Material (u. a. Wärmedecke, Zeckenzange, Sonnenschutz, Kühlpad, Desinfektionsmittel) • Wasserbehälter • biologisch abbaubare Flüssigseife • drei kleine Handtücher • Isomatte zum Sitzen • Plane & Seile zum Bau eines Regendachs • Kamera • Klappspaten
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Alleswaswirnichttäglichmitschleppenkönnenundwollen,lagernwirinunseremBauwagen. Wechselklamotten für klein und groß lagern hier genauso trocken wie Bücher, Seile, Schnitzmesser, Lupen, Musik-, Bastel- u. Malutensilien, Hängematten, Murmeln, Bälle, Handpuppen, Werkzeug und vieles mehr.
2.2.3 Natur macht hungrig Wir legen besonderen Wert auf ein ausgewogenes Frühstück, das die Kinder selbst mitbringen (Brot, Müsli, Nüsse, Obst, Gemüse, Wasser, Tee u. Ä.). Unerwünscht sind Süßigkeiten und nicht wiederverwendbare Verpackungen (Tetrapacks, Alufolie, Frischhaltefolie etc.). Bei uns gibt es keinen offenen Zeitraum für das Frühstück, in dem die Kinder sich selbst versorgen. Wir legen Wert auf eine gemeinschaftliche Vesper im Sitzkreis, die je nachTagesaktivitätimLaufedesMorgensnachdenBedürfnissenderGruppestattfindet. Ausnahme bildet hier, nach Absprache mit dem pädagogischen Personal, das Frühstück auseinembesonderenAnlass(z.B.Geburtstag).Trinkpausenfindenregelmäßigüberden gesamten Betreuungszeitraum hinweg statt. 2.3 Rege Anteilnahme Der„WaldkindergartenBorkenkäfer“lebtvomEngagemnetallerBeteiligten.UmdenKindern ein Aufwachsen im Wald zu ermöglichen, sind viele Hände und Köpfe gefragt. Ein ständiger Austausch zwischen den Fachkräften, dem Träger, Eltern und Kindern soll die BasiseinespositivenWIR-Gefühlssein.PraktischeHilfenseitensderElternundFreiwilligen,wiedasregelmäßigeMitbringenvonWaschwasser,HilfebeimPutzendesBauwagens, die Pflege rund um den Bauwagen und das sporadische Aushelfen bei der Betreuung der Kinder sind wesentlicher Bestandteil für das Fortbestehen des Waldkindergartens. Auch größtenteils selbstständige Elterninitiativen, die unser Angebot bereichern, sind herzlich willkommen. Detailliert werden diese Punkte in der Kindergartenordnung geregelt.
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3 Hygiene Im „Waldkindergarten Borkenkäfer“ gelten dieselben Hygieneanforderungen wie auch in einem Regelkindergarten! Als Gemeinschaftseinrichtung unterliegen wir dem Infektionsschutzgesetz und der infektionshygienischen Überwachung durch das Gesundheitsamt inklusive Meldepflicht und Wiederzulassungsregelungen. Aufgrund der räumlichen Bedingungen im Wald, wie beispielsweise dem Fehlen sanitärer Anlagen, müssen alternative Maßnahmen ergriffen werden. Diese werden im Folgenden kurz vorgestellt:
3.1 Waldtoilette In unmittelbarer Nähe des Bauwagens steht allein den Mitarbeitern und Kindern des Waldkindergartens eine blickgeschützte Komposttoilette zur Verfügung. Zusätzlich wird von den Betreuern immer ein Spaten mitgeführt, der nur genutzt wird um Fäkalien zu vergraben. Eine Waldtoilette liegt immer deutlich abseits genutzter / bespielter Flächen und wird regelmäßig gewechselt. Zum Säubern der Kindern werden feuchte Waschlappen genutzt,diesewerdennachGebrauchineinemwasserdichtenBeutelverpacktundmüssen von den Eltern täglich gereinigt werden. Erfahrungsgemäß ist das Bedürfnis der Kinder, im Laufe des Vormittags die Toilette aufsuchen, gering.
3.2 Händehygiene 3.2.1 Wasser Vom Wasserdienst, der unter den Eltern wechselt, wird ein Wasserkanister täglich mit frischem Leitungswasser befüllt. Am Ende des Tages wird der Kanister gereinigt, trocken gelagert und von den Eltern für eine erneute Befüllung mitgenommen. Aus hygienischen Gründen wird das Wasser ausschließlich zur Händehygiene verwendet. Trinkwasser wird von den Kindern und den betreuenden Personen selbst mitgebracht.
3.2.2 Händewaschen Nach jedem Toilettengang und vor jedem Essen ist bei uns ein gründliches HändewaschenPflicht.GereinigtwerdendieHändemitTrinkwasserundpH-neutraler,abbaubarer Flüssigseife. Zum Abtrocknen der Hände wird ein kleines Handtuch von jedem Kind im Rucksack mitgeführt, was von den Eltern jeden Tag auszuwechseln ist.
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3.2.3 Hygienische Händedesinfektion Da die gezielte Händedesinfektion die Übertragung von Krankheitserregern verhindern und somit die Ansteckungsgefahr minimieren soll, ist sie nur in bestimmten Fällen nötig. Spezielles Händeddesinfektionsmittel wird von den betreuenden Personen ständig mitgeführt. Notwendig ist die Händedesinfektion: • vor dem Anlegen von Pflastern, Verbänden • nach Erste-Hilfe-Maßnahmen • nach Kontakt mit Erbrochenem, Blut und Sekreten • nach dem Wickelvorgang • nach Kontakt zu Kindern, die an Durchfall leiden • bei vermehrtem Auftreten von Durchfall und/ oder Erbrechen in der Einrichtung (z. B. bei Verdacht auf Infektionen mit Noro- oder Rotaviren)
3.3 Abfall Durch unsere nachhaltige pädagogische Ausrichtung geprägt, möchten wir Abfall vermeiden.GroßenWertlegenwirdaheraufeinnachhaltigesHygienesystemohneEinmalwaschlappen, Papier- und Einmal- Feuchttücher. Auch beim Essen sind verpackte Produkte zu vermeiden. Sollte trotzdem Abfall anfallen, muss er von den Kindern im Rucksack oder von den betreuenden Personen mitgenommen und ordnungsgemäß Entsorgt werden.
3.4 Umgang mit Lebensmitteln Die Verpflegung muss selbst in geeigneten Gefäßen mitgebracht werden. Aufgrund der fehlenden Kühlmöglichkeit sollte man auf leicht verderbliche Lebensmitteln verzichten. Um einen adäquaten Umgang mit Lebensmitteln zu festigen und zu sichern, findet das Frühstück immer im gemeinsamen Sitzkreis mit Beteiligung von betreuenden Personen statt.
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3.5 Impfungen Da wir uns in der freien Natur aufhalten, sollte auf einen ausreichenden Impfschutz, insbesondere vor Tetanus (Wundstarrkrampf) und FSME, geachtet werden. Hier empfehlen wir eine Absprache mit dem jeweiligen Kinderarzt.
4 Mit Kindern im Wald unterwegs Durch den ständigen Aufenthalt im Wald werden die Kinder ganzheitlich gefördert. Ständig gefordert zu sein, heißt für Kinder aber auch, dass irgendwann die Kraft oder Konzentration nachlässt, es zu falschen Einschätzung kommt und die Reaktionsfähigkeit abnimmt. Ständig wechselnder und unebener Bodenbelag, Stolperfallen und der meist sehr unterschiedliche motorische Entwicklungsstand von Kindern tun ihr übriges und sorgen dafür, dass Stürze einen Unfallschwerpunkt darstellen. Sich der Gefahren eines Waldaufenthaltes immer vollständig bewusst zu sein ist allerdings nicht Aufgabe der Kinder. Das betreuende Personal ist über waldtypische Gefahren informiert und kann diese Einschätzen.MeistkanndurcheinegutePlanungundentsprechendesituativeHinweiseanKinder und Eltern den meisten Gefahren vorgebeugt werden. Schulungen und Fortbildungen auf diesem Gebiet werden von den betreuenden Personen regelmäßig wahrgenommen.
4.1 Extremwetterlagen Bei schlechtem Wetter steht uns ein beheizter Bauwagen als Zufluchtsort zur Verfügung. Bei amtlichen Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und bei sonstigen extremen Wetterlagen kann nach Ermessen des dementsprechend geschulten pädagogischen Personals kein Aufenthalt im Wald stattfinden. Für diese Extremwetterlagen steht uns ein Ausweichraum in der Westrandstraße 44 (in direkter Nachbarschaft zum Borkener Hallenbad) zur Verfügung. Dort können die Kinder bis zur Abholung durch die Eltern angemessen betreut werden. Sollte eine schnelle Abholung aus dem Wald nötig sein, ist die Zusammenarbeit mit einem ortsansässigen Fahrdienst geplant. Diese Eckpunkte integrierend, wird der Notfallplan derzeit noch erarbeitet.
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4.2 Totholz & Kletterbäume In diesem Punkt legen wir Wert auf eine regelmäßige Absprache mit dem zuständigen Förster. Als Totholz werden tote Baumstümpfe und abgestorbene Äste bezeichnet. Diese werdennichtausdemWaldentfernt,stellenaberbesondersnachStürmeneineGefahrfür dieWaldbenutzerdar.NachStürmenmussderWaldvomzuständigenFörsterfreigegeben werden, bevor der normale Walkindergarten-Alltag einkehren kann. Auch die Auswahl von Kletterbäumen erfolgt bei uns in Absprache mit dem Forstamt. Da Klettern einem Grundbedürfnis der Kinder gleichkommt, machen wir es den Kindern unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die maximale Kletterhöhe (gut sichtbar gekennezeichnet)beträgtmaximaldreiMeter,wobeidietatsächlicheKletterhöhevonAlter, den motorischen Fähigkeiten und der Einschätzung der betreuenden Person abhängt.
4.3 Vergiftung Aufgrund der Gefahr, die vom Verzehr von Waldfrüchten ausgeht, gibt es die Verhaltensregel: Nichts aus dem Wald darf in den Mund genommen werden! Um die größtmöglicheSicherheitzugewährleisten,mussimFalleeinermöglichenVergiftungsofort eine Ärztin oder einArzt aufgesucht werden.Auch dieRufnummerder Giftnotrufzentrale wird immer von den betreuenden Personen mitgeführt. Die beste Vorsoge besteht in einer guten Ortskenntnis und der Wahl eines sicheren Aktivitätsradius. Wenn ein Ausweichen nicht möglich ist, können potentielle Gefahren, wie beispielsweise der grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) durch Absammeln wenigstens zeitweise minimiert werden.
4.4 Sonnenschutz im Wald Kinderhautistnochsehrdünn,verfügtnochnichtüberausreichendeReparaturmechanismen zur Beseitigung von UV-Schäden und ist daher um ein vielfaches schutzbedürftiger als Haut von Erwachsenen. Im Wald selbst bietet uns das Blätterdach ein guten Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung. Doch zu einem Waldalltag gehören auch Lichtungen, Waldränder und Wege, die teilweise der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Um die Schädigung der Haut möglichst gering zu halten, halten wir folgende Dinge für essenziell:
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• Direkte Sonnenbestrahlung meiden! Wald ist nicht nur schattig! Bei starker Sonneneinstrahlung vermeiden wir mit den Kindern lange Aktivitäten am Waldrand, auf Lichtungen, Waldwiesen und Wegen. • Passende Kleidung schützt die Kinder! WirempfehlendenElterndasmitgebeneinerKopfbedeckungmitNackenschutz.Dazuluftige,langeKleidungmitUV-SchutzGewebebieteteinenzuverlässigenSchutz. • Jetzt erst kommen die Sonnenschutzmittel! Es ist wichtig einen sehr hohen Lichtschutzfaktor zu wählen und das Produkt dick aufzutragen und immer wieder nachzucremen. Bitte liebe Eltern, denkt auch an Ohren, Nacken, Lippen, und Füße.
4.5 Zeckenstiche Die Zeit in der Zecken aktiv sind, liegt vorwiegend in den Monaten März bis Oktober. An niedrigem Buschwerk, von Sträuchern, Gräsern oder Farnen werden sie abgestreift und gelangen an unseren Körper. Die betäubenden Substanzen sorgen dafür, dass der Zeckenstich einige Zeit unbemerkt bleibt. Die Gefahr durch Zeckenstiche liegt in der möglichen Übertragung der Infektionskrankheiten Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose. In der alltäglichen Arbeit helfen folgende Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit für einen Zeckenstich zu verringern: • Helle und lange Kleidung hilft beim Absuchen nach Zecken! • Vorhandene Zecken müssen sofort entfernt werden. Die Gefahr der Übertragung von Infektionskrankheiten kann durch unverzügliches Entfernen minimiert werden. DafürwirvondenbetreuendenPersonenimmereineZeckenzange,-karteoderähnlichesmitgeführt.VordemBesuchunseresWaldkindergartensmüssensichdieEltern ausdrücklich mit dieser Vorgehensweise einverstanden erklären. • Zuhause müssen die Kinder täglich nach Zecken abgesucht werden